작품 상세
Zehn Radierungen über das Thema Mütter Eine Titelradierung, Impressum, zehn Radierungen auf Velin, jeweils im I. und II. Zustand, 34 Zeichnungen (davon acht farbige) und acht Dichtungen von Rudolf Leonhard. In Orig.-Halbpergamenteinband mit lithographierter Deckelillustration. 1920. 40,5 x 31,5 cm. Sämtliche Zeichnungen und Graphik signiert, vereinzelt datiert und bezeichnet "I. Zustand". Im Impressum von Fingesten und Stinnes bezeichnet und signiert. Die Graphiken gedruckt bei Otto Felsing in Berlin-Charlottenburg, Buchdruck und Einband von Otto von Holten, Berlin. Erschienen im Verlag der Neuen Kunsthandlung Berlin 1920. Das Mappenwerk wurde als Unikat vom Künstler für die Sammlung Heinrich Stinnes zusammengestellt, von diesem wie im Impressum vermerkt am 18.IX.1920 im Verlag Neue Kunsthandlung für 3500,- Mark erworben. Das erste von fünf Exemplaren, denen zusätzlich zum zweiten Zustand der Radierungen auf Velin jeweils noch der erste Zustand jeder Radierung auf Kupferdruckpapier beigegeben wurde. Zusätzlich dazu 34 Zeichnungen zum Thema Mutter und Kind: Acht farbige Zeichnungen (meist Pastellkreide, Aquarell und Kohle) und 26 Entwurfszeichnungen für die Radierungen (meist in Bleistift, ein Blatt in Lithographiekreide), jeweils auf Velin, Pergament oder auf dünnem Skizzenbuchpapier. Die Graphiken sämtlich in brillanten, phantastischen Druckzuständen, meist wunderbar gratig, mit schönem Plattenschmutz und zeichnender Plattenkante. Eine umfangreiche Sammlung an Druckgraphik zur liebevoll-innigen Beziehung von Mutter und Kind, die eindrücklich an Käthe Kollwitz erinnert, ergänzt durch ausdrucksstarke farbige, von großem zeichnerischem Talent geprägte Original- und Entwurfszeichnungen, die zur Motivfindung der Radierungen dienten. Die Mappe zeigt einen wunderbaren Überblick über die gesamte stilistische Vielfalt von Fingesten, seinen künstlerischen Weg und die Entwicklung in den vorbereitenden Zeichnungen und Skizzen hin zur endgültigen Darstellung: Von schnellen, sicheren Skizzen in kraftvollen Schraffuren über zarte, sensible und lockere Studien sowie skurrile, humorvolle, kantige Darstellungen hin zu den fertigen differenzierten graphischen Blättern. Michel Fingesten studiert zunächst 1900-02 an der Wiener Akademie und wird 1907 Schüler Franz von Stucks an der Münchner Akademie. Im Jahr 1913 siedelt er nach Berlin und wird Mitglied der Neuen Secession. 1914 beginnt er sich vermehrt mit dem Medium der Druckgraphik auseinanderzusetzen. Berlin brachte dem Künstler einen "kometenhaften Aufstieg"; neue Themen fanden Eingang in sein Werk: Seine Bekanntschaft mit Heinrich Zille schärfte seinen Blick für menschliches Leid ("Spelunkenbilder"). Neben freier Graphik entstanden ab 1913 Mappenwerke und Radierungen für bibliophile Editionen (u.a. "Improvisationen zu Arno Holz, Die Blechschmiede", 1917; "Mütter", 1920; Adolf Weißmann, Der klingende Garten, 1921). 1917-19 arbeitete Fingesten an der Kunstzeitschrift "Marsyas". Eingeschränkte Arbeitsmöglichkeiten während der beginnenden NS-Zeit führten zu einer stärkeren Hinwendung zu Exlibris und Gelegenheitsgraphik. 1935 übersiedelte Fingesten mit seinem Sohn Peter nach Mailand, wo sehr schaffensreiche Jahre folgten. Ab 1940 wurde Fingesten aufgrund seiner jüdischen Abstammung in verschiedenen süditalienischen Lagern interniert und verstarb am 8.10.1943 in Cerisano bei Cosenza. - Provenienz: Sammlung Heinrich Stinnes (mit dem violetten Sammlerstempel (Lugt 1376a) auf sämtlichen Zeichnungen bzw. Drucken)
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