작품 상세
CURT QUERNER (1904 Börnchen - 1976 Kreischa) Selbstbildnis mit Pinseln, Baskenmütze und Pullover, 1967 Aquarell auf Bütten. 61 x 47,5 cm. Hinter Glas im Passepartout freigestellt gerahmt. Rechts unten in Blei monogrammiert und datiert. Curt Querner wurde am 7. April 1904 in Börnchen bei Possendorf, Sachsen, geboren. Seine Eltern waren beide gehörlos, was ihn früh prägte. Ursprünglich erlernte Querner den Beruf des Schlossers und arbeitete bis 1926 in verschiedenen Fabriken in Freital, Glashütte und Bannewitz. Neben seiner Arbeit begann er, sich autodidaktisch mit Kunst zu beschäftigen, und unternahm erste Zeichen- und Aquarellversuche. Ab 1926 widmete sich Querner zunehmend der Kunst und begann ein Studium an der Kunstakademie Dresden, wo er unter anderem von Otto Dix beeinflusst wurde. Querner entwickelte sich zu einem Vertreter der Neuen Sachlichkeit, einer Kunstrichtung, die sich durch realistische und gesellschaftskritische Darstellungen auszeichnet. In den 1930er Jahren lebte Querner in Dresden und war Teil eines Künstlerkreises, zu dem auch Otto Griebel und Wilhelm Lachnit gehörten. Während der NS-Zeit geriet er aufgrund seiner politischen Überzeugungen und seiner Kunst in Konflikt mit dem Regime. Seine Werke wurden als „entartet“ eingestuft, und er zog sich zunehmend aus dem öffentlichen Kunstbetrieb zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Querner nach Sachsen zurück und setzte seine künstlerische Arbeit fort. Er schuf vor allem Porträts, Landschaften und Stillleben, die durch ihre präzise Darstellung und ihre emotionale Tiefe auffallen. 1971 wurde er mit dem Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste in Berlin ausgezeichnet. Curt Querner verstarb am 10. März 1976 in Kreischa, Sachsen. Sein Werk wird heute als bedeutender Beitrag zur Neuen Sachlichkeit und zur deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts angesehen. Der Maler zeigt sich frontal, mit festem, prüfendem Blick. Die Baskenmütze und die in beiden Händen gehaltenen Pinsel verweisen unmissverständlich auf seine Rolle als arbeitender Künstler - nicht als Inszenierung, sondern als Selbstvergewisserung. Das Aquarell lebt von starken Hell-Dunkel-Kontrasten. Das Gesicht ist plastisch modelliert, in warmen Ocker-, Rot- und Grüntönen differenziert, während Kleidung und Hintergrund in tiefen Blau- und Braunnuancen gehalten sind. Die kantige Linienführung und die betonte Schattierung verleihen dem Porträt eine fast herb-expressive Strenge. Nichts wirkt beschönigt; Falten, harte Konturen und der ernste Ausdruck unterstreichen Querners nüchterne Selbstsicht. Typisch für sein Spätwerk ist die Konzentration auf Charakter und innere Haltung. Das Blatt zeigt keinen repräsentativen Maler, sondern einen wachen, disziplinierten Beobachter seiner selbst - sachlich, selbstkritisch und von großer Präsenz.
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