작품 상세
Querner, Curt, Maler, Otto-Dix-Schüler, Vertreter der Neuen Sachlichkeit (1904-1976). Konvolut von 54 eigh. Briefen und Brief-Karten m. U. "Querner". Zus. ca 92 S. Mit 21 Umschlägen. Gr. 4to, quer-4to und 8vo. Börnchen bei Freital (Sachsen) 1965-1975. Große Reihe von inhaltsreichen Briefen an einen ihm befreundeten Kunstschriftsteller in Berlin (West), dessen Eltern in der DDR wohnten und somit Querner leichter besuchen konnten. Fast immer ist von Kunst die Rede, ein reger Austausch von Mitteilungen über das Kunstgeschehen in Ost und West. Es wird deutlich, daß Querner oft Naturalien aus dem Westen erhielt, z. B. Kaffee, Dextrose und andere Lebensmittel, auch Malerfarben, die er dankbar annahm. Einige Zitate: "... Sie waren bei Seidels u. sahen den Kopf. Der war glaube ich 1935 bei Kühl Dresden ausgestellt u. ist eine starke Arbeit. - Mein Gott, was war man damals ohne Geld u. es war schwer. Ich glaube nicht, daß Seidels mir damals viel geben konnten, aber es war einer, der überhaupt etwas hergab u. das war das Schöne, daß es hier u. da in dem Gelände einen gab, der etwas tat - für Kunst ... " [30.XII.1965]. Zu einer Kunst-Postkarte mit Courbets Gemälde "Die Steinklopfer": "... Mein Gott - was habe ich u. wie viele Male vor diesem fabelhaften Bild gestanden, diesen Steinklopfern - u. gerade dieses ist in jener Nacht mit verbrannt, ein Jammer. - Was gibt so eine armselige Karte! ..." [25.IV.1966]. Als ihm der Adressat von einem Nordsee-Urlaub berichtet hat, schildert Querner seinen Kriegsaufenthalt in Norwegen: "... Das Naturerlebnis war großartig. Es war im Winter 43 zu 44. Steine, Moore, kein Baum, Felsen, schlüpfriges dunkles, vom Tang, Muscheln, Fischen, Regen, Sturm. Immer scharfer Wind, Sturm, salziger Geschmack auf der Zunge, hellblonde Menschen, Fischerhäuser, und toll die See im Sturm. Das ewige Rauschen, Atmen der ungeheuren Wasserwüste. Ich habe nicht viel Zeit gehabt, etwas von diesen Kindern, von dieser herben Landschaft, die mich in dunklen Tagen an die Urschöpfung erinnerte, mit Hilfe von Wasserfarben zu notieren. Ein pausenloser Dienst ... ein völlig beschränkter Kommißkopf als Vorgesetzter, der im Zivilberuf Säckeschlepper, sich dort als oberster Herr aufführte, ließ ganz wenig Zeit für derartiges Tun übrig. Aber unvergeßlich bleibt mir die schwarze Landschaft, dies Naßfeuchte, dieses lebendige Gewaltige des Wassers haften ...". Geht vom Thema "Wasser" auf das Thema "Aquarellmalerei" über: "... Egal was ich da mache! Ob ich da oben auf dem Scheitel des Hügels, an dessen Rand die großen Eichen stehen, die dunkelgelben Flanken der Blumenbüschel, das schwarze Violett der Steinhaufen, das satte fettige Grün des Strauchwerks, die untergehende Sonne male - dahinten zartes Violettblaugrau, darüber der rote Ball. Oder ob ich das ... bläulich weiße, kühle Fleisch einer nackten Frau, deren Arme, Beine kupfern von der Sonne sind, male. - Es ist eine schöne Sache, dieses Naß. u. naß malen, ich werde es nicht müde zu benutzen [?] u. es ist mir egal, was man dazu sagt, meint! ... Die paar guten Ölfarben dächte ich an Landschaften zu setzen, von denen ich doch noch paar zu malen erhoffe. An ausprobieren ist mir wenig gelegen, - das mögen andere machen. - Wenn alles gut geht, soll nächstes Jahr das 'Quernerbuch' erscheinen, - ungefähr 135 Abbildungen, davon 17 farbig. Man hat 3, 'Das Selbstbildnis mit der Brennessel', 'Das Selbstbildnis 1930' (hängt jetzt im Albertinum Dr.), 'Das Säerbild 1934' ... auf Kodakmaterial farbig aufgenommen ... Im Augenblick wird im Albertinum in 3 kleinen Räumen eine Groszschau gezeigt. Aquarelle, raffiniert gemacht, Zeichnungen. In den unteren Räumen hängt eine Graphikschau Picasso. Toll raffiniert! ... Das Können ist phantastisch! Aber mir gefallen nur ein paar Exemplare! Ich will nicht nur raffinierte Artistik sehen ..." [20.VIII.1966]. - Solche umfangreichen, für Querners künstlerisches Empfinden und Schaffen ungemein aufschlußreichen Briefe reihen sich bis 1975 aneinander und bilden eine höchst wertvolle Quelle zur Kenntnis und Beurteilung seines Gesamtwerkes. - Die Karten sind jeweils im Umschlag verschickte Kunstpostkarten, häufig aus Platzmangel auf einem beigefügten Blatt fortgesetzt, so daß auch hier oft größere Textmengen vorliegen. - Schöne Malerbriefe, die, weil an einen Kunstexperten gerichtet, in seltener Offenheit das Denken und Schaffen eines prominenten Künstlers beleuchten. - Bei einer Karte die Tinte teilweise verblasst. - 2 Beilagen.
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