작품 상세

Cranach, Lucas I. - Werkstatt—Der heilige Hieronymus—(Kronach 1472-1553 Weimar) Öl/Nadelholz. Ca. 50 x 40 cm. - Bis auf wenige Malschichtausbrüche gut erhalten. - Wir danken Herrn Dr. Michael Hofbauer vom cranach research institute für die Untersuchung des Bildes und für folgende Hinweise: "Ich kenne 18 Darstellungen des büßenden oder in einer Landschaft sitzenden Hieronymus. 16 davon sind nach links gewandt. Lediglich die in Wien befindliche Version (CC-CMS-180-001) aus dem Jahr 1502 sowie eine Kopie derselben zeigen den Hieronymus nach rechts. Nur im Fall "Ihres" Bildes umgreift zudem der Hieronymus den Kreuzesstamm. Eine weitere Abweichung ist das auf allen anderen Werken vorhandene wehende Lendentuch des Gekreuzigten, das hier fehlt und auch in der Unterzeichnung nicht angelegt ist. Die Unterzeichnung ist mit wässriger Tusche oder Tinte und Pinsel ausgeführt und freihändig aufgetragen. Spuren von Übertragungshilfen finden sich nicht. An einigen Stellen der Landschaft sowie an Ästen finden sich Abweichungen der Malerei von der Unterzeichnung. Ich halte die Tafel für eine Arbeit aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren, die aufgrund ihres technischen Aufbaus sowie der maltechnischen Ausgestaltung vor 1512 entstanden sein dürfte. Eine eindeutige Zuschreibung an einen einzelnen Mitarbeiter oder an Cranach d.Ä. selbst ist unter Berücksichtigung des heutigen Stands der Forschung nicht möglich". Die Tafel befand sich einst in der Sammlung Georg Krakau, Berlin und wurde am 12. November 1918 (Nachlass Krakau) bei Rudolph Lepke, Berlin als Lot 57 (als Cranach d.Ä.) versteigert. Am 31. Oktober 1934 wurde sie von Scheidwimmer, München, der Galerie Heinemann mit dem Vermerk "wahrscheinlich Werkstattbild" für 8000 Reichsmark angeboten. Aus den erhaltenen Akten der Galerie Heinemann lässt sich nicht ersehen, ob es zu einem Ankauf des Gemäldes gekommen war. Auch ist nicht ersichtlich, ob es zu einem Verkauf kam oder die Tafel sich unter den 1938 durch die Gestapo beschlagnahmten Bildern befand. (vgl. Birgi Jooss: Galerie Heinemann, Die wechselvolle Geschichte einer jüdischen Kunsthandlung zwischen 1872 und 1938). - Schon 1978 wurde ein Gutachten durch Herrn Dr. Heine Maedebach erstellt, der die Tafel ebenso der Werkstatt Lucas Cranach d.Ä. zuschrieb und ca. 1530 datierte. - Eine Überprüfung durch das Art Loss Register liegt vor.