작품 상세
NOLDE, EMIL 1867 Nolde - 1956 Seebüll Couple (Man in Profile). 1938-1945. Watercolour on Japan. 13,5 x 22,8 cm. Signed lower left: Nolde. Professionally completed upper left corner.Nolde, Emil 1867 Nolde - 1956 Seebüll Paar (Mann im Profil) 1938-1945. Aquarell auf Japan. 13,5 x 22,8cm. Signiert unten links: Nolde. Linke obere Ecke fachmännisch ergänzt. Zu diesem Aquarell liegt eine Expertise von Prof. Dr. Manfred Reuther, Nolde Stiftung Seebüll, vom 16. Juni 2014 vor.Provenienz:Privatsammlung Nordrhein-WestfalenVon Anbeginn seines malerischen Schaffens beschäftigt sich Emil Nolde mit Figurenbildern. Wie bei den Blumenstillleben oder Landschaften verzichtet er auch hier auf die Darstellung des Abbildhaften und des erzählerischen Details. Auf diese Weise löst er die menschliche Gestalt aus dem außerbildlichen Zusammenhang heraus und hebt das Individuelle ins Allgemeine sowie das psychologisch Besondere in eine poetische Wirklichkeit. Wichtigste Ausdrucksträger sind ihm dabei stets die im Malprozess frei gewählten Farben, denn sie entsprechen den Empfindungen, die er uns vermitteln will.Dies können wir in dem hier vorgestellten, wunderbaren Doppelbildnis nachvollziehen. So lässt Nolde zunächst die Wasserfarben auf dem feuchten Papier frei fließen, um dann auf das zufällig Entstandene einzugehen: Mit wenigen, schnellen Pinselstrichen skizziert er die Köpfe und Oberkörper des Paares. Allein durch diese geringen malerischen Mittel erreicht er einen intensiven emotionalen Ausdruck: Trotz ihrer körperlichen Nähe, scheinen die beiden Menschen jeglichen Kontakt zueinander zu vermeiden. Während der Mann versonnen nach unten schaut, richtet die Frau ihren Blick nicht auf ihn, sondern nach innen. Die Ruhe dieses Moments, die durch den sehr engen Bildausschnitt eine Steigerung erfährt, steht im Gegensatz zu der lebendigen und expressiven Farbgebung. Diesen Widerspruch aufzulösen und das Geheimnis des Paares aufzudecken, bleibt uns überlassen. Dem Paarmotiv misst Nolde eine besondere Bedeutung bei. Die Begegnung zweier Menschen sowie die Spannung unter den Geschlechtern dienen ihm immer wieder als Ausgangspunkt für die Darstellung gefühlsbetonter Beziehungen zwischen verschiedenen Charakteren. So drückt er die zwischenmenschliche Dramatik oder Harmonie in der Polarität z.B. von Mann und Frau, Alt und Jung, Arm und Reich aus. "Die Zweiheit hatte in meinen Bildern (...) einen weiten Platz erhalten. Mit- oder gegeneinander: Mann und Weib, Lust und Leid, Gottheit und Teufel. Auch die Farben wurden einander gegenübergestellt: kalt und warm, hell und dunkel, matt und stark." (Nolde, zit. nach Klaus Hofmann: Notizen angesichts der Aquarelle Emil Noldes, in: Ausst.-Kat. Emil Nolde - Aquarelle und Zeichnungen, Kunstverein Wolfsburg/Schloß Wolfsburg 1991, S. 22)Unser Aquarell gehört zu den "Ungemalten Bildern". So nennt Nolde selbst die kleinen Bilder, die er während seiner Verfolgung durch die Nationalsozialisten schafft. Er beginnt sie 1938 und ab 1941 werden sie zum beinahe einzigen künstlerischen Ausdrucksmittel. Bis zum Kriegsende erarbeitet er sich in einem fensterlosen Winkel seines Hauses eine über mehrere hundert Aquarelle umfassende Folge. Da ihm auch das Beschaffen von Material verwehrt wird, malt er auf Resten von Malpapieren. Nicht nur das Format, auch das Verwenden von Wasserfarben ist für ihn praktisch, da er die kleinen Bilder gut verbergen kann und ihn die Farben, im Gegensatz zum Öl, nicht durch den Geruch verraten können. Der so entstandene Bilderzyklus stellt eine Zusammenfassung und eine Krönung seines Werkes dar. (Urban, Martin: Die "Ungemalten Bilder" von Emil Nolde, in: Ausst.-Kat. Emil Nolde, Württembergischer Kunstverein Stuttgart/Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde 1988, S. 117)
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