작품 상세

SISLEY, ALFRED (Paris 1839 - 1899 Moret-sur-Loing) Les coteaux de Veneux. Vus de Saint Mammèp. 1884. Oil on canvas. Signed and dated lower right: Sisley 84. 54.5 x 73.5 cm. Provenance: - Galerie Durand-Ruel, Paris (acquired from the artist in 1884). - Private collection, Paris. Exhibitions: - Paris 1899: Monet, Pissarro, Renoir et Sisley, Galeries Durand-Ruel, Paris, April 1899, no. 144. - London 1901: Pictures by French Impressionists and Other Masters, Hannover Galleries, London, 1901, no. 2. - Paris 1902: Sisley, Galeries Durand-Ruel, Paris, 15 February - 1 March 1902, no. 15. - Paris 1914: Galeries Durand-Ruel, Paris, 16 April - 2 May 1914, no. 44. - Paris 1937: Sisley, Galeries Durand-Ruel, Paris, 23 January - 13 February, no. 34. - Paris 1955: Tableaux des collections parisiennes, Galeries Durand-Ruel, Paris, 23 January - 31 May 1955, no. 118. - Paris 1957: Sisley, Galeries Durand-Ruel, Paris, 29 May - 20 September 1957, no. 43. - Tokyo 1977: Fujikawa Galleries, Tokyo, 1977, no. 9. - Hiroshima/Tokyo 2003/2004: Monet and Renoir: Two Great Impressionist Trends. Hiroshima Prefectural Art Museum, November 2003 - 15 January 2004, / The Bankamura Museum of Art, Tokyo, 7 February - 9 May 2004, no. 29, p. 60 (with colour ill.). Literature: - Daulte, François: Alfred Sisley. Catalogue raisonné de l'oeuvre peint, Lausanne 1959, cat. no. 554 (with ill.). - Daulte, François: Alfred Sisley, Milan 1972, no. 4, p. 87 (with ill.). SISLEY, ALFRED (Paris 1839 - 1899 Moret-sur-Loing) Les coteaux de Veneux. Vus de Saint Mammès. 1884. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert und datiert: Sisley 84. 54,5 x 73,5 cm. Provenienz: - Galerie Durand-Ruel, Paris (1884 vom Künstler erworben). - Privatsammlung Paris. Ausstellungen: - Paris 1899: Monet, Pissarro, Renoir et Sisley, Galerie Durand-Ruel, Paris, April 1899, Nr. 144. - London 1901: Pictures by French Impressionists and Other Masters, Hannover Galleries, London, 1901, Nr. 2. - Paris 1902: Sisley, Galeries Durand-Ruel, Paris, 15. Februar - 1. März 1902, Nr. 15. - Paris 1914: Galeries Durand-Ruel, Paris 16. April - 2. Mai 1914, Nr. 44. - Paris 1937: Sisley, Galeries Durand-Ruel, Paris, 23. Januar - 13. Februar, Nr. 34. - Paris 1955: Tableaux des collections parisiennes, Galeries Durand-Ruel, Paris, 23. Januar - 31. Mai 1955, Nr. 118. - Paris 1957: Sisley, Galeries Durand-Ruel, Paris, 29. Mai - 20. September 1957, Nr. 43. - Tokyo 1977: Fujikawa Galleries, Tokyo, 1977, Nr. 9. - Hiroshima/Tokyo 2003/2004: Monet and Renoir: Two Great Impressionist Trends. Hiroshima Prefectural Art Museum, November 2003 - 15. Januar 2004, / The Bankamura Museum of Art, Tokyo, 7. Februar - 9. Mai 2004, Nr. 29, S. 60 (mit Farbabb.). Literatur: - Daulte, François: Alfred Sisley. Catalogue raisonné de l'oeuvre peint, Lausanne 1959, Kat.Nr. 554 (mit Abb.). - Daulte, François: Alfred Sisley, Mailand 1972, Nr. 4, S. 87 (mit Abb.). Alfred Sisley bemüht sich sein ganzes Leben lang vergeblich um die französische Staatsbürgerschaft. Dennoch wird der 1839 in Paris geborene Sohn britischer Eltern heute selbstverständlich in einem Atemzug mit Monet, Renoir, Degas und Pissarro genannt. Sein Vater, William Sisley, ist sehr erfolgreich, wird reich mit dem Export künstlicher Blumen nach Südamerika. Mit 18 Jahren wird Alfred nach London geschickt, um den Kaufmannsberuf zu erlernen. Hier verbringt er jedoch viel Zeit in Museen und ist nachhaltig beeindruckt von den Werken von Constable und Turner. Nach fünf Jahren kehrt er nach Paris zurück mit dem Wunsch Künstler zu werden. Er lernt im Atelier des Schweizer Malers Charles Gleyre Pierre Auguste Renoir und Claude Monet kennen, mit denen er sein ganzes Leben befreundet bleibt. Sisley zieht mit seiner Familie 1880 nach Veneux-Nadon unweit von Moret-sur-Loing, ungefähr 60 km südöstlich von Paris, in dessen Vorstädten er bis dahin wohnte. Er lebt und arbeitet in dieser Region bis an sein Lebensende, zieht mehrmals zwischen den beiden Dörfern um. Diese sind durch den Fluss Loing getrennt, der genau hier in die Seine fliesst. In dieser Region entstehen vor allem zwischen 1881 und 1885 viele, wichtige Werke. Diese Umgebung ist für den Maler von äusserst grosser Bedeutung. Das zarte Licht der Île-de-France, die sanften Farben und der sich konstant wandelnde Himmel des nördlichen Frankreichs liefern dem Impressionisten seine Naturmotive. Sehr charakteristisch für die Gemälde Sisleys - und auch in unserem Beispiel sehr schön sichtbar - ist die eindrückliche Weite seiner wiedergegebenen Landschaften. Die wichtigsten kompositorischen Elemente sind der Himmel und das Wasser. Beeinflusst von der Schule von Barbizon - welche sehr nahe der geschilderten Region liegt - setzt er den Horizont tief, so dass der Himmel einen Grossteil des Bildausschnitts einnimmt. Die Vorskizze aus seinem Skizzenalbum (siehe Abb.) verdeutlicht den gewünschten Darstellungseffekt der Weite dieses Bildaufbaues sehr eindrücklich. Es herrscht am Flussufer eine anmutende Abendstimmung. Das Licht ist schwach, und dennoch beherrscht es die Leinwand, indem die ganze Uferlandschaft in das feine Schimmern des sich auf dem Gewässer spiegelnden Abendrotes getränkt ist. Die Weite des Horizonts und die tief gewählte Perspektive über der ebenen Landschaft lassen diese fast wie eine Meeresküste erscheinen. Sisley, wie auch andere Impressionisten, nutzen ihren Rückzug aufs Land, um den wachsenden und zunehmend industrialisierten Städten zu entkommen. Die Darstellung der Natur und das einfache Leben in und mit ihr ist ein beliebtes Thema. Die zwei am Ufer waschenden Frauen sind für den Künstler die Verkörperung dieses einfachen Lebens. Und dennoch kann er sich der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung seiner Zeit nicht entziehen. Gekonnt integriert er diese neue Situation, indem neben den Frauen ein mächtiges Schiff vor Anker liegt, Saint Mammès ist ein bedeutender Fluss-Schifffahrtshafen zu dieser Zeit. So prallen hier, in dieser schönen abendlichen Landschaft, diese zwei Welten aufeinander. Sisley zeigt uns in diesem auf den ersten Blick harmonischen Landschaftsgemälde doch auch die sich schnell verändernde Welt.