작품 상세

DUMONSTIER, PIERRE (um 1543 Paris 1601) Bildnis des Bernard de Nogaret, Seigneur de La Valette. Um 1584-1585. Kohlestift und Rötel auf Papier. 34 x 24 cm. Gutachten: Dr. Alexandra Zvereva, Oktober 2011. Provenienz: - Privatsammlung Portugal. - Privatbesitz Paris, seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Diese qualitätsvolle Zeichnung stellt den ca. 30-jährigen französischen Adligen und Admiral Bernard de Nogaret de La Valette (1553 - 1592) in einer prächtigen Damast-Rüstung und mit dem blauen Band des Hosenbandordens dar. Er trägt sein Haar kurz und hochgekämmt und einen spitzigen Bart, gemäss der damaligen Mode der Mitte der 1580er Jahre. Die Identität des Porträtierten lässt sich anhand drei weiterer Darstellungen von Bernard de Nogaret bestätigen: ein Ölbild aus der Sammlung von Versailles (Inv. Nr. MV 3301), ein 1602 publizierter Stich von Léonard Gaultier (in 'Portraictz de plusieurs homes illustres qui ont fleury en France depuis l'an 1500 jusqu'à présent', Nr. 41) sowie ein Gemälde aus der Galerie des Illustres im Château de Beauregard. Meist wurde Bernard de Nogaret im Doppelbildnis mit seinem Bruder Jean-Louis de Nogaret de La Valette (1554 - 1642), Herzog von Épernon, porträtiert. Dieser zählte zu den engsten Vertrauten König Heinrich III. und beide Brüder waren aufeinanderfolgend Kammerherren des Königs sowie Amiral de France und Mitglieder des Hosenbandordens. Bernard de Nogaret stirbt im Kampf mit 39 unter König Heinrich IV. Unsere Zeichnung bildet dabei die Vorstudie zu einem Gemälde-Paar von Pierre Dumonstier, das beide Brüder darstellte und durch Werkstatt-Kopien in Versailles bekannt ist (Inv. Nr. 3301 und 3355). Der feine Strich, die qualitätsvoll ausgeführten Details der Kleidung und der Physiognomie, insbesondere der Augen und der Haare des Porträtierten, sind charakteristisch für Pierre Dumonstier. Dieser war sehr wahrscheinlich zusammen mit seinem älteren Bruder Etienne Dumonstier (1540 - 1603) Schüler von François Clouet (1510 - 1572) und beide arbeiteten ab ca. 1565 für Königin Catherine de Médicis (1519 - 1589) und ihrem Sohn, König Heinrich III. Pierre Dumonstier entfernte sich jedoch von der klaren Linienführung der Schule von Clouet und entwickelte einen eigenen malerischen Stil, der auf einer breiteren Farbskala mit Kreide- und Pastellstiften beruhte und dem Geschmack der Gesellschaft um König Heinrich III. besser entsprach. Zudem hatte er die Eigenschaft, die Striche der Haare mit einem nassen Pinsel zu überarbeiten, um ihnen eine luftigere und voluminösere Gestalt zu verleihen, wie in der hier angebotene Zeichnung charakteristisch zu sehen ist. Zeichnungen dieser Qualität sind äusserst selten auf dem Kunstmarkt und in Museen anzutreffen, denn nur ein Bruchteil der französischen Porträts dieser Zeit hat die Hugenottenkriege am Ende des 16. Jahrhundert überlebt. Einige Exemplare werden in der Bibliothèque Nationale de France, in der St. Peterburger Eremitage und im British Museum in London aufbewahrt, wobei die Porträtierten nur in den seltensten Fällen identifiziert werden können.