작품 상세

und Ferdinand Piloty (1786 Homburg - 1844 München) u.a. Les Œuvres Lithographiques par Strixner. Pilote et Compagnie. A Munic, de la Lithographie priviligee du Roi. Ca. 1175 Lithographien, überwiegend mit 1 od. 2 Tonplatten. Versch. Formate. 1810 - 1816. Winkler, aus 965 1.1 - 72.6. 1810 begann Christian von Mannlich, der Direktor der Galerien und Museen des bayerischen Königshauses, die Publikation des Tafelwerks Les Œuvre Lithographiques. Es erschien bis 1816 in 72 Lieferungen mit je 6 Lithographien. Das Ziel war die lithographische Reproduktion von Zeichnungen alter Meister aus der Sammlung des bayerischen Königshauses in München. Das Werk zählt zu den Meilensteinen in der Entwicklung der Lithographietechnik und spielt zudem eine nicht unerhebliche Rolle für die Dokumentation der Münchner Sammlungen. Neben Mannlich selbst, der 14 Darstellungen (darunter eine nach eigener Erfindung) beitrug, wurde die ganz überwiegende Zahl der Blätter von Strixner und Piloty geliefert. Weiterhin waren beteiligt: Angelo und Domenico Quaglio, Johann Baptist und Marie Electrina Stuntz sowie Benjamin Zix. Neben den Zeichnungen wurden den Œuvres Lithographiques auch die Wiedergabe einiger Gemälde aus der königlichen Sammlung sowie eine Gruppe reizender Bildnisse von Kindern des Bayerischen Königshauses beigegeben (Winkler 41.5, 42.5, 43.5, 44.5, 45.5, 46.5). Sie stammen von Lorenzo Quaglio und folgen Gemälden von Karl Joseph Stieler. Neben einer kompletten Ausgabe in der Bayerischen Staatsbibliothek bildet das vorliegende Exemplar die umfangreichste Sammlung der Œuvre Lithographiques. Die dazu gehörenden Blätter stammen zum großen Teil aus dem Nachlaß von J.G. Zeller, die Winkler auf dem Weg über Münchner Kunsthandel erwerben konnte. Zeller seinerseits hatte 1810 zusammen mit Mannlich die lithographische Werkstatt von Aloys Senefelder übernommen. Das vorliegende Exemplar ist somit in der Substanz bereits während der Entstehungszeit des Œuvre Lithographiques zusammengestellt worden. Weitere Exemplare befanden sich in Leipzig, Göttingen und München, wurden jedoch im zweiten Weltkrieg zerstört. Zusammen mit dem Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek bildete das vorliegende Exemplar die Grundlage, auf der Winkler im Anschluß an die Arbeit von Wolfgang Wegner ("Les Œuvre Lithographiques und ihre Entstehungsgeschichte", in: Oberbayerisches Archiv, Bd, 27, 1965 - beiliegend) seinen kompletten Katalog des Œuvre Lithographiques erarbeiten konnte, den er 1975 in seinem Standardwerk zur "Frühzeit der deutschen Lithographie" veröffentlichte. Aus diesem Katalog fehlen hier lediglich die Blätter Winkler 965 - 25.2, 31,6, 43.4, 48.4, und 50.2. Der singuläre Reiz von Winklers Ausgabe besteht darin, dass er zu den meisten der gesamthaft 432 Lithographien des Œuvres mehrere Exemplare auffinden konnte, anhand derer sich vielfach abweichende Druckzustände für die einzelnen Lithographien nachweisen lassen. So verfügt das Exemplar von Winkler über ca. 595 (48 davon als Unikate) der insgesamt 684 Druckzustände, die er in seinem Katalog erfassen konnte. Hinzu kommen ca. 40 weitere Zustandsdrucke, die ihm erst nach der Publikation dieses Katalogs bekannt wurden. Darüber hinaus lässt sich mittels des vorliegenden Exemplars sehr schön nachverfolgen, wie in dieser experimentellen Frühphase des Lithographiedrucks jeder Abzug eine eigene, spezielle Qualität besitzt. Namentlich bei den genannten Bildnissen ist dies in eindrucksvoller Weise zu beobachten. Beigegeben sind außerdem 5 für das Œuvre Lithographiques geschaffene Blätter, die nicht zur Publikation gelangten (Winkler 964.11, 25, 26, 27, 30) sowie 3 der Umschläge zu den Lieferungen X, XXIII und XLI.