작품 상세
Willy Illmer 1899 Dresden – 1968 ebenda Öl auf Sperrholz, auf einen Holzrahmen montiert. U.re. geritzt signiert "W . ILLMER 39". Verso signiert und ausführlich bezeichnet "Willy Illmer – Dresden A 19 – Falkensteinpl 5 -''Veteran der Arbeiterbewegung – Preis 5400,-'' ". In einem braun gefassten, profilierten Rahmen. Provenienz: Nachlass Sammlung Dr. med. Kay Fischer, Kamenz (1941–2021). Birgit Dalbajewa schreibt über Illmers Werk der späten 1920er Jahre, dass er einen naiven Stil entwickelt habe, der sich auch durch eine Isolation der Figuren auszeichnet, vgl. Darbajewa 2011, S. 108, KatNr. 33. Diese Neigung hat sich offensichtlich bis in die späten 1930er Jahre fortgesetzt. Illmer war bis zu deren Auflösung 1933 Mitglied der "Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands" (ARBKD, vulgo "Asso"), eine eindeutig kommunistische Vereinigung mit großem Sendungsbewusstsein, vgl. Wagner 2011, S. 130. Bedenkt man die Datierung des vorliegenden "Veteranen der Arbeiterbewegung", so ist es wohl nicht vermessen, aus der traurigen, müden Gestalt die Verzweiflung des Linken Illmer über die politische Entwicklung seiner Heimat nach 1933 herauszulesen. Birgit Dalbajewa: "Für eine soziale Idee begeistert". Junge Dresdner Künstler in der zeitgenössischen Rezeption um 1925, in: dies. (Hrsg.): Neue Sachlichkeit in Dresden, Dresden 2011, S. 88–97. Mathias Wagner: Kunst als Waffe. Die "Asso" in Dresden, 1930 bis 1933, in: ebd., S. 130–135. Willy Illmer 1899 Dresden – 1968 ebenda 1912–15 Lehre als Tischler.1916–18 Teilnahme am 1. Weltkrieg.1921–29 Studium an der Kunstakademie Dresden. Mitglied der Künstlergruppe "Die Schaffenden". Studienreisen in die Schweiz und nach Frankreich. 1929/1930 Gründungsmitglied der "Assoziation revolutionärer bildender Künstler" in Dresden. Beim Bombenangriff 1945 Zerstörung eines Großteils des künstlerischen Frühwerks. 1946–47 als Lehrer an der Kunstgewerbeschule Leipzig tätig. Im Rahmen der "Wandbildaktion" schuf er 1949 mit Fritz Tröger und Siegfried Donndorf für die 2. Deutsche Kunstausstellung den Entwurf für das Wandbild "Großkraftwerk Hirschfelde". Mitglied der Künstlergruppe "Das Ufer". 1952–56 Dozent an der Arbeiter- und Bauern-Fakultät der HfBK Dresden.


