작품 상세
EDGAR TEZAK-NEOGY (geb. 1949 in Graz, tätig in Wien) Das Stundenglas, 1990 Acryl auf Leinwand, 229 x 109 cm, rückseitig betitelt und datiert. Einmal Ausbeulung mit Kratzspur ca. 8 cm. Edgar Tezak-Neogy gehört zur Generation der österreichischen Nachkriegskunst. Nach dem Schulabschluss studierte er von 1969 bis 1973 an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterklasse Rudolf Hausner, einem der führenden Köpfe der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Seit 1970 nimmt Tezak-Neogy kontinuierlich an Ausstellungen teil und entwickelte früh eine unverwechselbare Bildsprache, in der figurative Motive, Mythologie und poetische Schriftfragmente ineinanderfließen. Zwischen 1979 und 1994 lebte und arbeitete der Künstler in New York; diese Jahre brachten ihm wichtige Impulse der internationalen Kunstszene. 1990/91 realisierte er in Udaipur (Indien) gemeinsam mit André Heller das spektakuläre Projekt Jagmandir, das Werner Herzog filmisch dokumentierte. Seit 1995 lehrt Tezak-Neogy Zeichnung und konzeptuelle Malerei an der Universität für angewandte Kunst Wien. Vor einem samtig-grünen Grund erhebt sich eine monumentale, anonym bleibende Gestalt, deren Körper aus lasierenden Schichten und feinen Rasterlinien modelliert ist. Auffällig ruht auf ihrer linken Schulter eine helle, fast phosphoreszierende weiße Taube: Als Friedens- und Geistsymbol setzt sie einen lichten Akzent, der das existenziell-schwere Thema des Gemäldes zugleich mildert und überhöht. Im Zentrum des Bildes hält die Kolossalfigur eine fragile, nur handgroße Aktfigur - ein sinnbildliches „Stundenglas“, das die Vergänglichkeit des Menschen kontrastiert. Die Hände des Riesen scheinen jedoch nicht fest in der Gegenwart verankert: Mehrere, nur mit dünnen Strichen angedeutete Handkonturen schweben um die reale Geste herum. Diese transparenten Überlagerungen wirken wie Momentaufnahmen verschiedener Zeitebenen, die auf vergangene oder zukünftige Aktionen verweisen und das Grundthema „Zeit“ auf visueller Ebene weiterspinnen. Der Kontrast zwischen dem keinen Akt, transluzider Großfigur und der Taube erzeugt ein dynamisches Spannungsfeld. Zugleich verweist die offen gelegte Malspur - sichtbare Korrekturen, Rasterlinien und lasierende Übermalungen - auf den Prozesscharakter des Werkes: Die Zeit ist nicht nur Sujet, sondern auch im malerischen Entstehungsakt eingeschrieben. So verbindet Das Stundenglas Motiv, Technik und Symbolik zu einer vielschichtigen Reflexion über das menschliche Dasein zwischen Augenblick und Ewigkeit.
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