작품 상세

OTTO MÖHWALD (1933 Krausebauden - 2016 Halle Saale) Seebener Straße Halle, 1969 Öl auf Leinwand, 75,5 x 90 cm, gerahmt, rechts unten signiert und datiert (19)69. Der an der Burg Giebichenstein Halle zwischen 1950 und 1954 ausgebildete Möhwald studierte unter anderem bei Kurt Bunge, Ulrich Knispel, Erwin Hahs und Lothar Zitzmann. Danach arbeitete er als Zeichenlehrer. Ihn verband eine Freundschaft mit Herbert Kitzel und er war ab 1956 Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR. Von 1978 bis 1991 führte er zusammen mit einigen Künstlerkollegen eine eigene Druckwerkstatt. In den 90er Jahren wurde er erst Lehrbeauftragter, dann Professor und schließlich Leiter der Malklasse an der Burg Giebichenstein. Er starb 2016 - wie seine Frau 14 Jahre zuvor - bei einem Verkehrsunfall. 1969 malte Möhwald die Seebener Straße in Halle, wie wir sie hier sehen. Sie wird uns durch die Linse des Künstlers präsentiert, der das Alltägliche transformiert und die Atmosphäre des Ortes hervorhebt. Die Farbpalette ist extrem reduziert, die Darstellung wirkt verschwommen, das Licht diffus, sodass keine Schatten geworfen werden. Die Stille, die das Bild ausstrahlt, ist normalerweise nicht das, was man mit dem Stadtleben assoziiert. Doch scharfe Kanten, Geräusche, Trubel und Schmutz sucht man im vorliegenden Werk vergeblich. Man kann diese Arbeit als Kommentar zur urbanen Umgebung verstehen, in der die spezifischen Details weniger wichtig sind als das allgemeine Gefühl und die Erfahrung des Raumes.