작품 상세
(Hamburg 1658-1724 Wien; Zuschreibung), Truthahn in einer Parklandschaft. Öl auf Leinwand, wachsdubliert. Nicht sign., bezeichnet und dat. (um 1710). 109 x 148 cm. - Teilvg. Rahmen. (45) - Großes, querformatig angelegtes Gemälde mit Hausgeflügel in einer eleganten Parklandschaft. Die rechte Bildhälfte dominiert ein großer Truthahn in prächtigem Gefieder, der vor einer Voliere steht. Über diesem fliegen zwei heimische Vögel, eine Taube und eine Schwalbe, ein Sperling ist hinter dem zarten Gitter der Voliere zu erblicken. Der Blick wird durch eine bühnenartige, helle Erdfläche, die nach rechts von bildhohen Akanthus- und Mohnpflanzen abgeschlossen wird, auf den Vogel gelenkt. Das für uns heute so bekannte Tier war für die damaligen Betrachter noch ein recht exotischer Anblick. Die indianische Urbevölkerung hatte Truthühner schon lange vor der europäischen Entdeckung Amerikas domestiziert. Erste Einzelexemplare gelangten wohl vor allem durch Hernán Cortés (1485-1547) Anfang des 16. Jahrhunderts nach Europa. Eine eigentliche Ansiedlung der Vögel erfolgte aber erst Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts, also genau in der Zeit, in der unser Gemälde entstand. Durch die feine Wiedergabe des auffälligen und ungewöhnlich hellen Gefieders wirkt es fast wie das Porträt eines ganz bestimmten Exemplars, das der vornehme Auftraggeber oder Besitzer besaß. Auf einen solchen läßt neben der Voliere auch der Park im linken Hintergrund schließen. Hier tummelt sich weiteres Hausgeflügel vor der Fontäne eines eleganten Neptunbrunnens. Hinter dem Bassin folgen Spaliere mit Laubbäumen, die auf eine Parkanlage nach französischem Vorbild und damit auf einen Adeligen schließen lassen. Auch das große Format des äußerst dekorativen Gemäldes untermauert diese Vermutung.Hinsichtlich Motiv, Komposition und Ausführung kommt als Künstler der aus Hamburg stammende Franz Werner von Tamm in Frage. Nach seiner Ausbildung in Hamburg reiste Tamm nach Rom, wo er enge Kontakte zu den Malerkollegen Pieter (1657-1720) und Jan Frans van Bloemen (1662-1749) pflegte. Größeren Einfluß auf sein Werk hatten allerdings die Niederländer Jan Weenix (1642-1719) und Melchior de Hondecoeter (1636-1695). Tamms Werke kennzeichnen eine hohe dekorative Wirkung bei einer kühlen Buntfarbigkeit. Beide Merkmale können auch auf dem vorliegenden Gemälde festgestellt werden. Große Verwandtschaft weist unser Bild mit dem Gemälde "Hausgeflügel und Kaninchen" auf, um 1706 entstanden, das sich im Belvedere in Wien befindet. Vor allem die Wiedergabe der zu den Enden hin etwas zerfledderten Schwanzfedern, der Glanz auf der roten Haut des Nasenlappens und auf dem hellen Gefieder der Brust wie auch die Scheckung der Federn von Taube hier und Huhn rücken das vorliegende Werk in enge Nähe zum Wiener Gemälde.
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