작품 상세
NAY, ERNST WILHELM 1902 Berlin - 1968 Cologne With Yellow Plates and Blue Tips. 1954. Oil on canvas. 124 x 198,5 cm. Signed and dated lower left: Nay 54. Signed, titled and dated verso on the upper stretcher: Nay - 'mit gelben Scheiben und blauen Spitzen' - 1954. Framed. Nay, Ernst Wilhelm 1902 Berlin - 1968 Köln Mit gelben Scheiben und blauen Spitzen 1954. Öl auf Leinwand. 124 x 198,5cm. Signiert und datiert unten links: Nay 54. Signiert, betitelt und datiert verso auf oberem Keilrahmen: Nay - 'mit gelben Scheiben und blauen Spitzen' - 1954. Rahmen. Provenienz:Galerie Günther Franke, München (Aufkleber)Privatsammlung Fort Worth/Texas (Bezeichnung verso auf unterem Keilrahmen)Sotheby's, London 1986Galerie Neher, EssenPrivatsammlung Nürnberg Ausstellungen:Galerie Günther Franke, München 1954, Kat.-Nr. 6 (hier betitelt: Gelbe Scheiben blaue Spitzen)Galerie Neher, Essen 1987, Farbabb. S. 79 Literatur:Scheibler, Aurel: Ernst Wilhelm Nay - Werkverzeichnis der Ölgemälde, Band II, 1952-1968, Köln 1990, Wvz.-Nr. 700, Farbabb.Aukt.-Kat. Postwar and Contemporary Art, Sotheby's, London 4.12.1986, Lot 653, Abb. S. 52Konstrevy, XXXI Jahrgang, Heft 4, Stockholm 1955, Abb. S. 166 Nach dem Zweiten Weltkrieg vollzieht Ernst Wilhelm Nay den Schritt von der Abstraktion zur völligen Gegenstandslosigkeit. Von nun an variiert er Farben, Formen und Flächen immer wieder von neuem, bis sich für ihn ein neuer künstlerischer Weg öffnet. So löst er sich in den "Fugalen Bildern" (1949-1951) von der Wiedergabe gegenständlicher Inhalte und lässt in Wiederholungen und Umkehrungen klar konturierte Schleifenformen begleitet von Punkten und Dreiecken über die Bildfläche gleiten. In den "Rhythmischen Bildern" (1952-1953) setzt er sich dann insbesondere mit der Leinwand, Fläche, Form und Farben auseinander. Nun ganz von den gegenstandsbezogenen Restformen befreit, lässt er kleine Punkte, "ungebändigte" Farbflächen und markante Strichgefüge durch den Bildraum schwirren. Schließlich führt ihn sein Interesse an Spannungen und Energien von Fläche und Farbe sowie von Farbe zu Fläche zu den "Scheibenbildern" (1954-1962). In diesen Kompositionen lässt er dicht gedrängte oder weiter voneinander entfernte kleine und große Scheiben bzw. Ellipsen in schwingender Bewegung über die Bildfläche und im Bildraum schweben. Unser Gemälde "Mit gelben Scheiben und blauen Spitzen" steht am Anfang dieser Entwicklung. Hier verwendet Nay noch vereinzelte, konturlose, meist große runde Flecken, die er mehr oder weniger in ein Geflecht aus Lineaturen und eckig-kantigen Formen einfügt. Wie bei einem stürmischen Unwetter stürzen diese durcheinanderwirbelnden Gebilde von oben herab und drohen aus dem Geviert zu "fliegen". Diese Dynamik und Spannung weiß Nay durch den Distanzwert der leuchtenden Farben zu steigern. Dabei bezieht er das Weiß des Malgrundes in die Gestaltung mit ein. So durchdringt es nicht nur die Formation und lockert sie damit auf, sondern bindet sie zugleich an die Bildfläche. "Nach der Wildheit der bildnerischen Rhythmen und vor der klassischen Periode der Scheiben" schafft Nay 1954 eine Bildergruppe, "aus denen die körperliche Bewegung des Artisten, des Rhythmusgebers sich zurückzieht, um die Elemente des Bildes in reiner Form gleichwohl spannungsreich hervortreten zu lassen. Bewegungen, die sich diagonal kreuzen, sind das Signum für dieses Bildstadium. Schachbrettmuster, Farbinseln, gepunktete Rauten stehen gegen Bögen und Rundungen. Die beiden Formgruppen, stellvertretend für zwei Geschwindigkeiten und Gestimmtheiten, durchdringen sich. Der Betrachter empfindet in den hellen Klängen und den Kaskaden der Formmotive etwas Festliches, eine positive Ausstrahlung von klaren und doch lebhaften Bildern." (Gohr, Siegfried: Einführung in das Werk von E.W. Nay, in: Scheibler, Aurel: Ernst Wilhelm Nay, Werkverzeichnis der Ölgemälde, Band I, 1922-1951, Köln 1990, S. 21)
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