작품 상세

SAFTLEVEN, HERMAN (Rotterdam 1609 - 1685 Utrecht) Broad mountain landscape with a river and figures. 1669. Oil on panel. Monogrammed and dated lower left: HS 1669. 47 x 63 cm. Provenance: - Collection of Carlos Blacker (probably acquired in Paris circa 1900). - European private collection. SAFTLEVEN, HERMAN (Rotterdam 1609 - 1685 Utrecht) Weite Berglandschaft mit einem Fluss und Figuren. 1669. Öl auf Holz. Unten links monogrammiert und datiert: HS 1669. 47 x 63 cm. Provenienz: - Sammlung Carlos Blacker (wohl um 1900 in Paris erworben). - Europäische Privatsammlung. Herman Saftleven war insbesondere für seine Rheinlandschaften bekannt, wofür das hier angebotene, qualitätsvolle und gut erhaltene Gemälde beispielhaft steht. Eine weite Ebene öffnet sich vor dem Auge des Betrachter: am linken Ufer über der Flusswindung ist eine kleine Stadt zu sehen, während sich rechts der Fluss bis zu einer Bergformation am Horizont erstreckt. Im Vordergrund sind ein runder Turm und Ruinen zu sehen sowie mehrere Häuser, Kirchen und eine alte Stadtmauer. Verschiedene Boote werden am Flussufer beladen und zahlreiche Bauern, Reisende und Händler beleben die Szene, welche in ein weiches, goldenes Nachmittagslicht getaucht ist. Obwohl Herman Saftleven seine Karriere als Interieurmaler in der Art seines Bruders Cornelis begann, wandte er sich schnell Landschaften zu. Während sein Frühwerk vom Stil Pieter de Molijns und Jan van Goyens geprägt ist, liess er sich später von den Utrechter Meistern wie Abraham Bloemaert, Bartholomeus Breenbergh, Jan Both und Cornelis van Poelenburgh inspirieren, mit denen er gelegentlich auch zusammenarbeitete. Ab den späten 1640er Jahren kann sein Stil als reifer bezeichnet werden und besonders Rheinlandschaften, wie das hier angebotene Gemälde, dominieren sein Oeuvre. Das Interesse Saftlevens in diese Darstellungen war zweifellos von seinen Reisen ins Rheinland geprägt. Bereits 1644 reiste Saftleven in die östliche niederländische Provinz Gelderland und 1651 von Arnheim und Cleve zum Rhein hinunter nach Bingen. Die zahlreichen Skizzen, die während seinen Reisen entstanden, dienten ihm als Grundlage für seine grossformatigen Zeichnungen und Gemälde, die er in seinem Studio anfertigte. Einige seiner feinsten topographischen Studien der Region werden in dem bedeutenden, um 1663-66 vom Amsterdamer Anwalt Laurens van de Hem zusammengestellten Atlas 'Blaeu' in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien aufbewahrt. Anders als Saftlevens topographisch genauen Zeichnungen sind seine Landschaften durchwegs phantasievolle Zusammenstellungen von verschiedenen Motiven, die er aus seinen Zeichnungen schöpfte. In dieser Arbeitsweise folgte Saftleven den damaligen Kunsttheorien, wie sie beispielsweise im Schilderboeck (Malerbuch) von Karel van Mander 1604 ausgelegt sind. Darin werden junge Maler aufgefordert, in die Natur zu gehen, um zu zeichnen (conterfeyten naar het leven) aber im Studio ihren Geist (uyt den geest) zu nutzen, um phantasievolle Kompositionen auf der Basis ihrer Zeichnungen zu schaffen. Obwohl das Endergebnis einen natürlichen und glaubwürdigen Effekt hat, bleiben die so hergestellten Landschaften phantasievolle Erfindungen des Malers. So wiederholen sich auch manche Elemente in verschiedene Kompositionen Saftlevens, wie beispielsweise das grosse Tor in unserem Gemälde, das in einer späteren kleinen Rheinlandschaft von 1674 ebenfalls zu sehen ist (Privatsammlung, Öl auf Holz, signiert und datiert 1674, 24,5 x 30,5 cm). Offensichtlich bestand eine grosse Nachfrage nach diesen pittoresken Berglandschaften, welche für die an die flachen Landschaften ihrer Heimat gewohnten holländischen Kunstsammler einen exotischen Reiz darstellten.