작품 상세
FRANCKEN, HIERONYMUS III. (1611 Antwerp after 1661) The Garden of Gethsemani, the kiss of Judas, the Christ captured. Oil on copper. Inscribed verso: No 369 // Franck; No3 F. Franck. 55.5 x 72.4 cm. Expertise: Dr. Ursula Härting, 15.7.2013. Provenance: Swiss private collection. FRANCKEN, HIERONYMUS III. (1611 Antwerpen nach 1661) Garten Getsemani, Judaskuss, Gefangennahme und Ergreifung Christi. Öl auf Kupfer. Verso Inschrift: No 369 // Franck; No3 F. Franck. 55,5 x 72,4 cm. Gutachten: Dr. Ursula Härting, 15.7.2013. Provenienz: Schweizer Privatsammlung. Die hier angebotene, qualitätsvoll gemalte Darstellung enthällt, in einer mit Fackeln und Laternen fein ausgeleuchteten Szenerie, eine ganze Reihe von Episoden der Gefangennahme Christi. Hieronymus Francken III., der im Atelier seines Vaters Frans d. J. (1581-1642) gelernt hatte, greift dabei das Erzählschema der simultanen Darstellung auf, wie es Frans Francken d. J. häufig verwendete, bei der mehrere Bildebenen miteinander verbunden werden. In ihrem Gutachten weist Dr. Härting auf die chronologische Lesart nach dem Markus Evangelium hin: Im Hintergrund ist der Bachlauf des Kidron (Joh 18, 1), der Zaun und die hohen Bäume des Garten Getsemani zu erkennen, wo Jesus betete, während die Jünger eingeschlafen waren, owohl er diese mahnte wach zu bleiben, und wo seine Worte fielen: 'Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach'. Vorne im Bild wird Jesus von Judas geküsst, woraufhin ihn die 'Schar von Männern, die mit Schwertern und Knüppel bewaffnet waren', festnahmen (Mk 14, 43-46). Am äusseren linken Bildrand stellte Hieronymus III. die Szene dar, in welcher der hohepriestliche Diener Malchus voller Wut dem Jünger Simon Petrus ein Ohr abschlug (Mk 14, 47, Joh 18, 10). Schliesslich folgt im rechten Bildgrund die Szene, in der ein Mann in einem weissen Tuch gehüllt Jesus folgt, und als die Horde der Bewaffneten ihm folgten, er sein Tuch fallen liess und nackt davon lief (Mk 14, 51-52). Diese letzte Episode findet sich nicht in Darstellungen der Gefangennahme Christi von Frans d. J. (siehe Härting, Ursula: Frans Francken II, Freren 1989, Kat. Nr. 183-187, S. 280-281) und zeugt von Hieronymus' kreativer Eigenständigkeit innerhalb des väterlichen Ateliers.
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