작품 상세
NEO RAUCH 1960 Zwei Klassen. 1995. Oil on paper laid on canvas. Signed and dated lower right: RAUCH 95. 145 x 208 cm. Were it not the painter's given name, 'Neo Rauch' would be predestined for an artist's signature. Virtually embodying the 'new' generation and rating as the pioneer of the 'New Leipzig School' are his forename's agenda. In fact, 'new' applies in more than one way to the work of this painter, born in Leipzig in 1960. At this juncture one might conduct a discussion of "new" as a comprehensive philosophical propaedeutic, but we cannot do so here. We can state only that we are acquainted with the principle that one may call 'new' that which transforms the already existing and known to the yet unknown, we may apply the attribute here. Often dream worlds of overlapping spaces and times are represented with imagery influenced by social realism, as well as comics and pop art. However, classification makes sense with the least pioneering artists. Texts in articles and exhibition catalogues are easily read, but one has difficulty with the phenomenon itself; that which constitutes the art of Neo Rauch cannot be grasped within the traditional categories. Neo Rauch's work of the 90s differs from the works after the turn of the millennium. The recent works are stylistically excessive, more strongly committed to realism, sculptural, and painted with very opaque colours. The pictorial cosmos is compressed intensely; it has become more complex and more confusing. Previously the compositions were graphic and closer to the style of comics. We see here what is later condensed, in the imagery that is not so highly compressed, where the palette is even more limited but beautifully visible. One encounters strange and enigmatic landscapes; the context is not clear. Quite often, as in the present painting, there are architectonic landscapes that resemble building models. In 'Two Classes' two different perspective points create a division between the upper and lower picture halves, which are further disengaged through the inversion of their colours: while the subject in the lower part is rendered in orange-on-black, in the upper part it is black-on-orange. This effect is similar to the transition from black-figure to red-figure vase painting in Greece. The composition also features some intentional 'reflections'. There are two different central perspective lines: one running in the upper area to a point in the left half of the picture, the other, in the lower area, to a point in the right half of the picture; and they are aligned primarily with the architectonic elements. In both buildings there appear to be large, white-painted supporting columns beneath flat roofs that lead to a wide, rectangular window area. What lies behind them represents the outside world and here each colour combination is rotated again, so that the orange-on-black and its reverse are preserved. On the other side of each building is a class to which a model resembling two planets is being explained. This creates a fourfold division of the painting. It seems that each model is the world represented in the window of the other class. Possibly Neo Rauch is presenting in this painting a thought experiment, which makes each class hold up their model to the reality of the other class. It is also possible that the appeal to a two-class society is not unintentional. As one can imagine, in a society that becomes sharply divided into classes, each speaks about the other, but they represent mutually 'world-building' realities. In 2010 for Neo Rauch's 50th birthday comprehensive exhibitions were held simultaneously in Leipzig and Munich. At the very beginning of the foreword to the joint exhibition catalogue, Hans Werner Schmidt, Director of the Museum der Bildenden Künste Leipzig, and Klaus Schrenk, General Director of the Bayerische Staatsgemäldesammlungen, formulated two superlatives: 'Neo Rauch, born in Leipzig in 1960, is undoubtedly the world's most important and most discussed German painter of his generation.' NEO RAUCH 1960 Zwei Klassen. 1995. Öl auf Papier, auf Leinwand. Unten rechts signiert und datiert: RAUCH 95. 145 x 208 cm. Provenienz: Privatsammlung Deutschland. Ausstellung: Berlin 1995 , Galerie Eigen + Art, Neo Rauch, Berlin 1995. Würde es sich nicht ohnehin schon um den Namen des Künstlers handeln, so wäre 'Neo Rauch' dazu prädestiniert ein Künstlername zu sein. Eine 'neue' Generation geradezu verkörpernd und als Wegbereiter der 'Neuen Leipziger Schule' geltend, ist sein Vorname Programm. Tatsächlich haftet dem Werk dieses 1960 in Leipzig geborenen Malers so manches 'Neuartige' an. Nun müsste man einer Diskussion über das Neue ein ganzes philosophisches Propädeutikum voranstellen, was wir hier nicht tun können. Gehen wir nur schon von der Annahme aus, dass man das 'neu' nennen darf, was das bereits Vorhandene und Bekannte auf noch nicht gekannte Weise umformt, so darf man das Attribut hier sehr wohl anwenden. Oft werden anhand sich überlappender Räume und Zeiten Traumwelten mit einer von Comics und Pop Art beeinflussten Bildsprache dargestellt. Aber wie bei den wenigsten richtungsweisenden Künstler hat es Sinn, Kategorisierungen vorzunehmen. Anhand Artikeln und Ausstellungskatalogen lässt sich gut ablesen, dass man sich mit dem Phänomen schwer tut, dass hier eben noch nicht in altherkömmlichen Einordnungen fassbar ist, was die Kunst Neo Rauchs ausmacht. Neo Rauchs Schaffen der 90er Jahre unterscheidet sich von dem, was dann ab der Jahrtausendwende zu Tage tritt. Die jüngeren Werke sind stilistisch überhöhter, stärker dem Realismus verpflichtet, plastischer, und sie sind mit sehr opaken Farben gemalt. Der Bildkosmos hat sich stark verdichtet, er ist komplexer und noch verwirrender geworden. Vorher sind die Kompositionen grafischer und näher beim Stil der Comics. Es ist hier, in der noch nicht so stark verdichteten Bildsprache, wo auch die Palette noch bescheidener verwendet wird. Aber es ist bereits sehr schön sichtbar, was später verdichtet werden wird: Man trifft auf seltsame, rätselhafte Landschaften, der Kontext ist nicht offensichtlich. Sehr oft, wie auch bei dem vorliegenden Gemälde, sind es architektonische Landschaften, die bauplanerischen Modellen ähneln. In 'Zwei Klassen' ergibt sich durch zwei unterschiedliche Punktperspektiven der oberen und unteren Bildhälfte eine Zweiteilung, die sich auch in der Verkehrung der Farben ausdrückt: Während das im unteren Bereich Dargestellte Orange auf Schwarz gehalten ist, so ist es im oberen umgekehrt Schwarz auf Orange. Dieser Effekt ist ähnlich demjenigen vom Übergang der schwarzfigurigen zur rotfigurigen Vasenmalerei Griechenlands. Der Bildaufbau weist weitere, bestimmt gewollte 'Spiegelungen' auf. Die beiden verschiedenen Zentralperspektiven laufen im oberen Bereich in einem Punkt der linken Bildhälfte, im unteren Bereich in einem der rechten Bildhälfte zusammen, und es richten sich vorwiegend die architektonischen Elemente daran. Bei beiden Gebäuden scheint man sich unterhalb eines grossen Flachdaches zu befinden, auf weiss gemalte Säulen gestützt, welche jeweils auf eine breite, rechteckige Fensterfläche hinführen. Was dahinter als Aussenwelt dargestellt wird, ist wieder jeweils verdreht, also orange auf schwarz oder umgekehrt gehalten. Auf der jeweils anderen Seite befindet sich je eine Schulklasse, welcher etwas an einem Modell erklärt wird, das aussieht wie zwei Planeten. Dadurch ergibt sich eine Vierteilung des Gemäldes. Es scheint, als sei jeweils das erklärte Modell die dargestellte Welt des Fensters der anderen Klasse. Vielleicht präsentiert uns Neo Rauch in diesem Gemälde ein Gedankenspiel, welches das jeweils der einen Klasse vorgehaltene Modell zur Realität von einer anderen Klasse macht. Vielleicht ist auch der Anklang an die Zweiklassengesellschaft nicht ungewollt. Man kann sich ja denken, dass in einer Gesellschaft, die zu sehr in Klassen zertrennt wird, jeweils über die andere gesprochen wird, man aber gegenseitig durchaus 'weltbildende' Realitäten darstellt. 2010 wurden zu Neo Rauch zeitgleich umfassende Ausstellungen in Leipzig und München gezeigt. Ganz zu Beginn im Geleitwort des gemeinsamen Ausstellungskataloges formulieren Hans Werner Schmidt, Direktor des Museums der Bildenden Künste Leipzig, und Klaus Schrenk, Generaldirektor Bayerische Staatsgemäldesammlungen, zwei Superlative: 'Neo Rauch, 1960 in Leipzig geboren, ist zweifellos der international bedeutendste und am meisten diskutierte deutsche Maler seiner Generation.'
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