작품 상세

ELLSWORTH KELLY 1923 Burdock. 1970. Ink on paper. Signed and dated verso: Ellsworth Kelly Nov. 1970. 56 x 78 cm. Provenance: - Gallery Susan Sheehan, New York (label verso). - Private collection, Switzerland, acquired from the above gallery. ELLSWORTH KELLY 1923 Burdock. 1970. Tinte auf Papier. Verso signiert und datiert: Ellsworth Kelly Nov. 1970. 56 x 78 cm. Provenienz: - Gallery Susan Sheehan, New York (verso mit dem Etiklett). - Privatbesitz Schweiz, bei obiger Galerie erworben. Ein Blatt, eine harmonische, organische Form zeichnet Ellworth Kelly, der amerikanische Vertreter des Hard Edge, auf das vorliegende Papier. Berühmt wurde er durch seine farbigen Werke, die sich auf geometrisch abstrakte Flächen konzentrieren und mit ihrer intensiven Farbgebung Klarheit und Einfachheit vermitteln. Im ersten Moment erscheint die organische Form des Blattes weit entfernt von diesen abstrakten Werken des Künstlers. Scheint es doch eine malerisch genaue Wiedergabe des Blattes der Grossen Klette [burdock(engl.), arctim lappa(lat.)] zu sein, in Grösse und äusserer Form dem Pflanzenvorbild sehr nahe. In der Tat sagt Ellsworth Kelly selbst über seine Pflanzenbilder: dass es sich um Porträts und nicht um die Wiedergabe anonymer Gegenstände handelt (vgl.: Rosenberg, Karen. Loving Flowers and vines to Abstraction, in: Art Review, 7. Juni 2012, S. 3). Für ihn ist der Moment des Sehens oder Entdeckens einer Pflanze ausschlaggebend, jede Zeichnung erinnert ihn an eine bestimmte Situation seines Lebens, es entsteht eine emotionale Verbundenheit zwischen der Pflanze und dem Künstler, der von der Formenvielfalt der Natur fasziniert ist. Die vorliegende Zeichnung lässt sich sofort als Blatt erkennen, jedoch ist ihre botanische Genauigkeit nur auf die Umrisslinien begrenzt, die inneren Adern und die Farbigkeit fehlen. Es ist ein Porträt der Pflanze, jedoch zeigt dieses Porträt den Blick des Künstlers auf den Gegenstand. Reduziert auf die feine Außenlinie, fasziniert auch diese Zeichnung, so wie die abstrakten, geometrischen Arbeiten des Künstlers, durch ihre Klarheit und Einfachheit. Das Fehlen von Schatten oder weiterer kompositorischer Mittel fokussiert die reine Form. Schon Ende der 1940er Jahren, nach seinen Studien an der School of The Museum of Fine Arts in Boston und der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris, entstehen die ersten 'Pflanzenporträts'. Sie sind keine Nebenprodukte oder gar Gelegenheitsarbeiten, sondern Hauptbestandteile der künstlerischen Entwicklung Ellsworth Kellys. Er selbst sagt, dass das Zeichnen und Studieren der Pflanzen seinen Blick geschärft habe und eine Art Brücke bilde, die ihn zur Abstraktion geführt habe. (vgl.: Rosenberg, Karen. Loving Flowers and vines to Abstraction, in: Art Review, 7. Juni 2012, S. 2). In der Tat zeichnet sich auch unsere Arbeit durch ihre schöne Klarheit aus. Die meisterhafte Reduktion auf die wesentliche Linie führt das Werk in die Nähe der Abstraktion. Es ist eine bedeutende Zeichnung aus dem fast malerisch zu bezeichnenden Oeuvre des Künstlers, dem er sich im Laufe seines Schaffens immer wieder mit grosser Ernsthaftigkeit widmet, da seine persönliche Entwicklung zur Abstraktion ohne diese Zeichnungen nicht möglich gewesen wäre.