작품 상세

"1001 Nacht: Geschichte des zweiten Bettelmönchs" Tusche in Schwarz auf leicht strukturiertem Velin. Um 1940. 36,5 x 50,7 cm. Unten rechts mit Bleistift signiert und datiert, unten links betitelt. Die vollständige Neuübersetzung von "Tausendundeine Nacht" macht erstmals die älteste arabische Fassung der berühmten orientalischen Erzählsammlung auch deutschen Lesern zugänglich. Die nächtlichen Erzählungen von Schahrasad, mit denen sie ihren königlichen Gatten verzaubert und so ihre Tötung immer wieder aufschiebt, in einer Welt der Basare, Karawansereien und weisen Kalifen, inspirierte Rudolph Schlichter zu verschiedenen graphischen Folgen sowie einer Folge von Zeichnungen. Die vorliegenden Arbeiten der Folge "1001 Nacht" aus dem Spätwerk des Künstlers thematisieren, anders als seine früheren gesellschafts- und zeitkritischen Werke, nun mythologische und religiöse Themen. Schlichter siedelte 1919 von Karlsruhe nach Berlin, wurde Mitglied der revolutionären "Novembergruppe" und schloss sich wenig später den Dadaisten und der KPD an. 1924 wurde er Schriftführer der kommunistischen Künstlergemeinschaft "Rote Gruppe". Zu seinem Freundeskreis gehören Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Erich Kästner und George Grosz. 1934 führt eine regimekritische Zeichnung, von Schlichter für die katholische Jugendzeitschrift "Junge Front" gefertigt, zum Ausschluss aus der Reichskammer der bildenden Künste. Weitere Arbeiten des Künstlers wurden anschließend beschlagnahmt und in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Durch die Zerstörung seines Ateliers bei einem Bombenangriff 1942 verbrannte wohl ein großer Teil seines Werks.