작품 상세

Blaue Frottage. Pastellkreide in Schwarz und Blau auf feinem, leicht strukturiertem Bütten. 63,2 x 48,5 cm. Oben mittig in der Darstellung mit Kreide signiert und datiert sowie unterhalb der Darstellung mittig erneut mit Bleistift signiert und datiert. (19)61. „Struktur" ist Inhalt und Form zugleich in Heinz Macks außergewöhnlichem und umfangreichem Oeuvre. Dieser Begriff erfasst sowohl Intentionen als auch Gestaltungsweise des Künstlers. Das Gestaltungsprinzip einer Komposition zugunsten eines gleichmäßig, flächendeckenden Systems homogener Strukturelemente kennzeichnet die ersten Schritte des Akademieabsolventen. Als Mitbegründer der Künstlergemeinschaft „ZERO" ist Mack ab 1958 führendes Mitglied einer sich europaweit mit neuen künstlerischen Prinzipien wie Monochromie, Serialität oder Struktur, gegen die Kunstrichtung des Informel und des Tachismus richtenden Avantgarde. Als Mitbegründer der Gruppe gaben er und Nagelkünstler Günther Uecker sowie Lichtkünstler Otto Piene der Nachkriegskunst eine völlig neue Richtung. Das vorliegende Werk entstand durch eine Frottage-Technik, bei der unter dem Bildgrund ein Raster liegt, dessen Struktur durch Abreiben mit leuchtend blauer und schwarzer Kreide auf das Papier übertragen wurde. Die Gitterstrukturen versetzten die monochrome Fläche in Schwingung, Vibration und Oszillation bei der kleine Verschiebungen die Struktur nie völlig regelmäßig erscheinen lassen wodurch die Hand des Künstlers stets spürbar bleibt. Gerade ihre Einfachheit - sowohl hinsichtlich der Struktur als auch des Herstellungsprozesses, der ein spielerisches Erproben noch spüren lässt - macht den besonderen Reiz dieser frühen Arbeit aus. Provenienz: Galerie Bossin, Berlin