작품 상세

UECKER, GÜNTHER 1930 Wentdorf "Aggressive Object". 1972. Nails and graphite, canvas laid down on wood. 31,2 x 30,1 x 9,5 cm. Titled, signed and dated lower right: Aggressives Objekt Uecker 72. Uecker, Günther 1930 Wentdorf Aggressives Objekt 1972. Nägel und Graphit, auf Leinwand auf Holz aufgezogen. 31,2 x 30,1 x 9,5cm. Betitelt, signiert und datiert unten rechts: Aggressives Objekt Uecker 72. Es liegt eine Fotoexpertise des Künstlers von 2013 vor. Provenienz:Privatsammlung Nordrhein-Westfalen "Das Nagelobjekt gehört zu Uecker wie das Concetto spaziale zu Fontana und die Monochromie zu Yves Klein. Uecker beobachtet früh, dass die Bürsten, die er selbst herstellte, um seine ersten Bilder zu bearbeiten, einen höheren Wirklichkeitsgrad hatten als die Bilder selbst. Und so begann er, aus diesen Geräten künstlerische Objekte zu machen, die zunächst sehr zufällig, dann immer klarer, komplizierter und virtuoser, man könnte auch sagen selbstbewusster, wurden. Kein Mensch hat in seinem Leben so viele Nägel verarbeitet wie Günther Uecker und so variantenreich. Die Arbeitsweise bestimmte Größe und Dichte der Strukturen. Die Felder hängen von der Reichweite der Arme, die Nagelstellung von der Dicke seiner Finger ab, ganz gleich, ob die Nägel intuitiv oder planmäßig, frei oder regelhaft geschlagen werden. Die Herstellung geschieht in der Regel auf der Erde in einer überaus konzentrierten und physisch anstrengenden Aktion. Während andere Objekte in der Vorstellung und oft auch in Zeichnungen vorgeklärt werden, entstehen die Nagelobjekte spontan, fallen die Entscheidungen im Augenblick. Obwohl es bestimmte Typen dieser Felder gibt (bewegt, regelmäßig, gereiht, kreisförmig), so sieht doch jedes anders aus, ist von Lust, Konzentration und physischer Kraft, auch Aggressivität abhängig. Diese kann sich gegen das Objekt oder (wo die Nägel mit den Spitzen auf uns gerichtet sind) auch gegen den Betrachter richten, vor dem er sich gleichsam verteidigt. So werden diese Objekte Ausdruck von Spannung und Gelöstheit gleichermaßen. (Aus: Dieter Honisch, Günther Uecker, Berlin 1984, S. 25)