작품 상세

Schaumstoffobjekt weiß. Schaumstoffrelief, weiß gespritzt, in Holzkasten. 50 x 50 x 12 cm (Kasten). Verso datiert, mit Richtungspfeil und mit der Nummer "54" sowie mit dem handschriftlichen Vermerk "Nachlaß Ferdinand Spindel, f.(ür) d.(ie) R.(ichtigkeit) D. M. Spindel (15.7.97)". (19)67. Als Schüler von Max Burchartz studiert Spindel an der Folkwang-Schule in Essen. Spindels Ära der Schaumstoffobjekte beginnt 1963, im Umfeld von Zero, mit weiß gespritzten Objekten. Er führt den Schaumstoff, ein völlig künstliches, industriell gefertigtes Massenprodukt, als eigenständiges ästhetisches Material in die moderne Kunst ein. Hier ist die Schaumstoffmatte zu wulstigen Formen mit tiefen Tälern zerknautscht und gewölbt, mit einem festigenden Farbüberzug versehen und auf der weißen Spanplatte fixiert. Es entsteht ein buckeliges, hohes Relief, dessen poröse Oberfläche trotz der schützenden, festen Farbschicht den Schaumstoff erkennen lässt. Im monochromen Weiß des Kastenraumes ergeben sich spannende Hell-Dunkel-Modulationen durch den intensiven Wechsel von Buckeln und Tälern. "Spindel weckt das Fleischhafte im Schaumstoff. Das Anorganische wird organisch" (Johannes Cladders, in: Ferdinand Spindel. Eine Retrospektive, Gelsenkirchen 1993, S. 161). "Es ist immer wieder versucht worden, Spindel mit der Pop art in Verbindung zu bringen, da er sich eines ihrer Fetische bedient hat. Schaumstoff und Konsumwelt - das gehört zusammen. Dennoch zeigte seine Kunst andere Wurzeln, die mit der gesteigerten Sensibilität der Sinne zu tun hatte" (Anneliese Knorr, in: Ferdinand Spindel. Eine Retrospektive, Gelsenkirchen 1993, S. 70).