작품 상세

aus der Bayreuther Gymnasialzeit des bayerischen Verwaltungsbeamten Georg Gustav von Hohe (1800-1872). Dat. ca. 1815-19. Verschied. Quart- und Oktavformate. Zus. über 300 Bl. Interims-Brosch. d. Zt. (Gebrauchsspuren). Diese Aufzeichnungen gewähren einen Einblick in die bislang praktisch unbekannte Schulzeit des 1849 aufgrund seiner Verdienste geadelten Regierungspräsidenten des bayerischen Rheinkreises und, zuletzt, Niederbayerns. Hohe wurde in Bayreuth als Sohn des Malers Johann Hohe (1774-1847) geboren; dort verbrachte er auch seine Schulzeit, bevor er sein Studium der Rechtswissenschaften in Erlangen 1820 begann. Mit mehreren Stipendien gefördert, muss er schon als Absolvent des Bayreuther Gymnasiums durch seine Leistungen hervorgetreten sein (abgeschlossen 1819). Die hier vorliegenden Dokumente weisen in jedem Fall auf einen besonders in der klassischen Bildung lerneifrigen Schüler hin, der die alten Sprachen beherrschte und an historischen wie auch philosophischen Fragestellungen großes Interesse zeigte. Sein prägender Bayreuther Lehrer war der Gymnasialprofessor Lorenz Heinrich Wagner (1774-1841). Wagner war auch Bibliothekar in Bayreuth und ist als Korrespondenzpartner von Jean Paul belegt. Die Handschriften sind teils nach Wagners Vorlesungen angefertigt, was auf den Umschlägen vermerkt ist. Interessanterweise tragen manche den Zusatz "... von" oder "... für Georg Gustav Hohe", und die Handschriften sind zum Teil auch unterscheidbar. Wahrscheinlich wurde ein kleinerer Teil von Hohe selbst, andere für ihn von Mitschülern geschrieben. Enthalten sind: "Aesthetik" (für Hohe); - "Aesthetic, aufgesetzt nach dem Vortrage des Herrn Professor Wagner ... 1819" (von Hohe selbst); - "Anmerkungen zu dem Studium der alten Geschichte ... Aufgesetzt nach dem Vortrage des kgl. Profeßors Wagner" (für Hohe; beginnt mit: "Nachahmungen und Fortsetzungen der Ilias"); - "Bemerkungen zu Taciti Germania" (wohl von Hohe selbst); - "Geschichte der Philosophie vorgetragen vom Herrn Profeßor Wagner ... 1819" (für Hohe; beginnt mit: "Geschichte der Griechischen oder Classischen Philosophie"); - "Leben und Werk des Homers" (für Hohe); - "Uebersetzungen ex tragidiis Sophoclis ... 1818" (für Hohe); - "Werke und Leben des C. Tacitus" (für Hohe). Weiterhin eine unbetitelte deutsche Übersetzung von Homers Ilias und Vergils Aeneis, ab dem 6. Buch, ein Glossar zu den "Annales" des Tacitus und den Oden des Horaz (beide für Hohe); ein Notizbuch mit Aufzeichnungen von Stellen aus neueren und zeitgenössischen Schriftstellern, darunter Kant, Goethe, Schubart, Jean Paul, E. T. A. Hoffmann etc., meist über Lebensphilosophie (unbetitelt), ein "Auszug der merkwürdigsten Begriffe der Staatsnat(ional)wirth(schafts-)Wissenschaft" und weitere Aufzeichnungen zu verschiedenen staatswissenschaftlichen Gebieten wie auch zur Dichtung der Zeit (darunter über Lessing). - Ferner Druckschriften: der erste Band (von zwei) des sehr seltenen pädagogischen Werks "Beobachtungen und Bemerkungen über die Erziehung des Menschen durch die bloße Natur", von Hohes Lehrer L. H. Wagner, Bayreuth, Birner, 1809, und Fragmente aus der ebenso sehr raren Zeitschrift "Der ansbach-baireutische Armenfreund", erschienen 1804/05. - Georg Gustav Hohe, seit 1849 Ritter von Hohe, hat als bayerischer Verwaltungsbeamter eine steile Karriere bis zum Regierungspräsidenten gemacht und hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter das Kommandeurkreuz der französischen Ehrenlegion, das Kommandeurkreuz I. Klasse des hessischen Verdienstordens Philipps des Großmütigen, den preußischen Roten Adlerorden II. Klasse und, von König Ludwig II., 1871 das Großkreuz des Verdienstordens vom Heiligen Michael.