작품 상세

E. Brief mit U. Dat. "v. L." (Leipzig?), 30. 9. (18)25. 22,9 x 14 cm. Eine Seite. - Doppelbl., bläuliches Velin, rückseitig mit Adresse und Wachssiegel. (3) Einer der sehr seltenen frühen Briefe Lortzings, bisher unbekannt und aus einer Zeit, die biografisch nur lückenhaft erschlossen und mit persönlichen Schriftdokumenten kaum belegt ist. Es ist zudem der früheste Brief an seinen Freund und Förderer, den Leipziger Kaufmann Paul Christian Plenkner. Irmgard Capelle verzeichnet in ihrer Edition der Lortzing-Briefe zwar eine größere Anzahl späterer Schreiben an Plenkner, allerdings erst seit dem Leipziger Engagement Lortzings (1833). Bis März 1827 sind bei Capelle überhaupt nur 7 Briefe an verschiedene Adressaten, vornehmlich die Eltern, bekannt. Ihre Annahme, die Freundschaft beider habe erst in dieser Zeit begonnen, erweist sich damit als irrig. Seltsam ist, dass Lortzing den Namen falsch schreibt ("Lieber Plenker"), wie auch in den älteren Biografien teils Schreibvarianten zu finden sind (etwa "Kaufmann Pleneker" bei Kruse, 1899, S. 112). Lortzing hat den Leipziger Geldwechsler, Kommissionär und Lotterie-Einnehmer, mit dem er bis zu seinem Tod befreundet war, als seinen "Freund und Zahlmeister" bezeichnet. Abgesendet hat er den Brief aus derselben Stadt - also wohl Leipzig -, in der Plenkner zu dieser Zeit lebte, ist doch die Adresse nur mit Namen und "hochgeboren, hier" angegeben. - Der Inhalt ist eine Absage der Einladung zum Mittagsessen "in deiner und deiner geschätzten Damen Gegenwart", die einen unmittelbaren Einblick in seine damaligen Lebensumstände gewährt. Er habe gleich nach Tisch eine Sitzung, die er vergessen habe zu erwähnen und deren Termin sich geändert habe: "Man will mich nämlich vorversetzen, eilt sehr damit und unmittelbar nach gedachter Mahlzeit dürften meine Züge sich etwas verändern..." Erwähnt am Ende in Klammern den Freund Hacker, der wohl mit beiden bekannt war "(Hackers dutz Bruder)".