작품 상세

WAGNER, Richard, 1813-1883. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Paris 1.XI.1859. 22/3 S. gr.-8°. Auf feinstem Papier. Mit Adresse. 2 längere Einrisse und einige Randdefekte. An den Komponisten Felix Draeseke in Coburg, der ihn im Sommer in Luzern besucht hatte; in seiner Gegenwart hatte Wagner am 6. August die Partitur von „Tristan und Isolde“ beendet. „... Nach Ihrem Fortgang von Luzern blieb ich dort in ungewisser Lage (und mit heimlichem Grauen vor Paris) noch bis 7 Sept. zurück, liess mich vom guten Vreneli pflegen und besuchte dann Wesendonck’s auf vier Tage. Ihre Mittheilungen und Ansichten über diese Freunde hatten mich sehr gerührt und ergriffen. Nun bin ich seit 1 1/2 Monat in Paris, und beschäftige seitdem mich hauptsächlich mit Wohnungsangelegenheiten. Ich habe mich sehr abgelegen, in einem besondren kleinen Häuschen eingemiethet, und werde da sehr ruhig und angenehm wohnen … Der Tristan in Karlsruhe ist aufgegeben, und noch habe ich keine Aussicht, ihn wo anders – natürlich unter meiner persönlichen Mitwirkung – vorführen zu können. Damit hängt für mich viel verdriessliches zusammen. – Für jetzt arbeitet Roger hier an einer Uebersetzung des Tannhäuser, die wohl erträglich gelingen möchte; eine Aufführung desselben in Paris steht aber noch in ziemlich weitem Felde. – Mitte November erwarte ich meine Frau und gedenke mir mit ihrer Pflege Freude zu machen. Da haben Sie alle meine Exterieurs: Interieurs sind seitdem noch nicht sehr laut geworden. Einzig – dass ich das Ding immer überdrüssiger werde, und vorläufig mir gar nicht denken kann, wieder Musik schreiben zu sollen …“ „Ihre Mitteilungen und Ansichten über diese Freunde“: in Draesekes Brief vom 3.IX.1859. Sämtliche Briefe Band 11 Nr. 195 (mit kleineren Abweichungen), WBV Nr. 2581.